Sebastian Moll: Die christliche Eroberung des Alten Testaments

 

Der grad mal 30 jährige Sebastian Moll, seines Zeichens Mitarbeiter an der evangelisch - Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg - Uni in Mainz legt hier eine Arbeit vor, die klar in der Botschaft ist, aber an deren Umsetzung wir uns bis heute schwer tun.

"Als sich die Kirche entschied, die Heilige Schrift der Juden für sich zu beanspruchen, legte sie den Grundstein für einen verhängnisvollen Dauerkonflikt zwischen Juden und Christen." Dieser Konflikt besteht bis heute. Fast kein Tag vergeht an dem wir nicht etwas davon in den Nachrichten hören.

In diesem Buch schildert der Autor eingehend die Lage zu Beginn des zweiten Jahrhunderts, also zu der Zeit wo sich das Christentum bereits vollständig vom Judentum getrennt hatte.

Der Brief des Barnabas wird analysiert und Moll schreibt: "Barnabas betrachtet die jüdische Geschichte somit nicht als Beginn der Heilsgeschichte, sondern im Grunde als eine einzige Geschichte der Verdammnis . . ."

Klare Worte. Es folgen mehrer gute und interessante Ideen und Ansätze für Diskussionen und Streitgespräche. Sebastian Moll endet mit dem Satz: "Doch wie immer man mit diesem Erbe heute auch umgehen mag, eines ist ganz sicher: Wer das Alte Testament per se für minderwertig erklärt, mag damit eine judenfeindliche Haltung verraten. Wer aber seine Bedeutung für den christlichen Glauben kritisch überdenkt, tut das noch lange nicht."

 

Christian Döring

 

Berlin University Press, ISBN 978-3-940432-80-3, Preis 19,90 Euro

http://www.amazon.de/Die-christliche-Eroberung-Alten-Testaments/dp/3940432806/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1271863243&sr=8-1

 

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