Horacio Castellanos Moya:  Der schwarze Palast

 

1944, in El Salvador sind die Nationalsosialisten an der Macht. wegen kritischer Artikel sitzt Pericles erst im schwarzen Palast, sozusagen unter den Augen des "Nazihexers", später im städtischen Gefängnis. Er ist einer unter vielen politischen Gefangenen.

Haydie, seine Frau besucht ihn jeden Tag, doch die politische Situation wird kritischer und nach der Verlegung Pericles in das städtische Gefängnis gibt es keine tägliche Besuchserlaubnis mehr.

Seit ihr Mann im Gefängnis sitzt schreibt Haydie wieder Tagebuch, sie schreibt von ihren Sorgen und Bedenken, von den politischen Entwicklungen in ihrem Land. Ihr Sohn Clemen ist am Putsch beteiligt, der aber niedergeschlagen wird. Clemen muss fliehen, mit ihm sein Cousin Jimmy. Als Priester und Mesner verkleidet, fuhren sie unerkannt mit dem Zug durchs Land, um ins Ausland zu gelangen.

Niemand weiß, ob sie es schon ins Ausland geschafft haben und damit in  Sicherheit vor der Garde sind. Haydies jüngster Sohn Betito schließt sich dem studentischen Widerstand an und auch Haydie gründet mit anderen Frauen ein Komitee der Mütter und Ehefrauen der politischen Gefangenen.

Horacio Castellanos Moya gelingt mit diesem Buch ein eindrückliches Bild des Innenlebens einer Frau zu zeichnen, deren Familie auseinandergerissen wird, die sich aber trotz allem nicht aufgibt und kämpft.

Trotz der Schrecken und der Angst schreibt der Autor leicht und mit einem ungeheuerem Humor, ohne dabei etwas zu verharmlosen oder geschmacklos zu sein.

 

Christian  Döring

Fischer Verlag, ISBN 978-3-1001-0223-2, Preis 19,95 Euro

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