Cioma Schönhaus:  Der Passfälscher im Paradies

 

Als Kind jüdischer Eltern spaziert Samson Schönhaus 1930 mit seiner Mutter in Berlin durch das KDW und niemanden stört es. Warum auch? Die dunklen bedrohlichen Wolken am politischen Himmel sie kommen erst noch.

13 Jahre später bereits flüchtet der ehemalige Samson Schönhaus, jetzt als gefährlicher Passfälscher, mit einem Fahrrad von Berlin über Halle - Erfurt - Bamberg - Stuttgart - am Bodensee entlang bis über die grüne Grenze in die Schweiz. Er selbst nennt sich ab jetzt Cioma Schönhaus.

Schönhaus beschreibt seine Flucht. Ein Foto zeigt ihn wie er Jahre später die grüne Grenze, die ihm die Freiheit brachte, noch einmal durchstreifte, diesmal mit seinem Sohn an der Hand. Der Autor sagt: "Ich möchte, dass meine Kinder die Geschichte meiner Flucht kennen." Diesem Beweggrund verdanken wir dieses Buch, dass neben dem Einzelschicksal des Samson Schönhaus auch einen wichtigen Teil deutscher Geschichte nachzeichnet.

Mit dem fälschen von Pässen hat Schönhaus Menschenleben gerettet und seines aufs Spiel gesetzt. Er ist davongekommen und besuchte später die Basler Kunstgewerbeschule. Mit dem berühmten Theologen Karl Barth war er bekannt. Der setzt sich für ein Stipendium für Schönhaus ein. Im Buch beschreibt der Autor einen herrlichen Dialog zwischen ihm und dem gestandenen Theologen über den Glauben.

Dieses Buch ist nicht nur die Beschreibung einer abenteuerlichen Flucht mit dem Fahrrad. Vielmehr ist dieses Buch die wahre Geschichte des langen Weges des Ankommens bei Cioma Schönhaus.

 

Christian  Döring

 

huber, ISBN 978-3-7193-1558-0, Preis 19, 90 Euro

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