Damaris Kofmehl:  Der Neonazi

SCM Hänssler, ISBN 978-3-7751-5086-6, Preis 12, 95 Euro

 

Zu diesem Buch und den Zweifeln und Vorbehalten an seinem  Wahrheitsgehalt  wurde bereits viel geschrieben.

 

Seit August sind Leser an den Hänssler Verlag getreten und haben diesen auf ihre Bedenken am Wahrheitsgehalt dieses Buches aufmerksam gemacht. Eines von vielen Beispielen ist hier nachzulesen:

 

www.blog.haechler.at/?p...

 

Auf vielen anderen Literaturplattformen, besonders in Österreich und der Schweiz, traf ich  Leser, die ähnliche Erlebnisse mit dem Verlag schilderten. Es ist nur natürlich, dass die Gerüchteküche gut kochen kann, wenn die Beschuldigten nicht reagieren oder sich sehr lange Zeit nehmen.

 

Warum brauchte der Verlag SCM Hänssler nur so lang ???

 

Als langjähriger Rezensent, der immer wieder auch Bücher vom Hänssler - Verlag rezensiert hat, fand ich es sehr verwunderlich, dass der Verlag Monate brauchte, um zu den immer lauter werdenden Vorwürfen zum Wahrheitsgehalt des Buches Stellung zu nehmen. Kurz vor Weihnachten wurde auch das Gerücht laut: Die wollen nur das Weihnachtsgeschäft mitnehmen und kurz nach Weihnachten werden sie irgend etwas sagen.

 

Dieses schlechte Managment von Verlagsseite her machte mich ziemlich säuerlich und so fragte ich selber Anfang Dezember Verlag und Autorin an und bat um eine Stellungnahme. Was mir da begegnete war eine freundliche Vertröstungsrunde von Woche zu Woche. Egal wen ich auch fragte, ich erhielt ständig anderslautende und sich widersprechende Antworten, nie aber eine offizielle Stellungnahme zu den Vorwürfen.

 

Wie geht der Verlag mit Kritikern um ???

 

Oft gewann ich den Eindruck als Störenfried oder Nörgler wahrgenommen zu werden. Selbst wenn klar ist, dass an den zahlreichen Vorwürfen nichts dran ist, hätte der Verlag umso eher reagieren müssen. Er verhängte zwar einen halbherzigen Verkaufsstopp des Buches, teilte der Öffentlichkeit jedoch nichts dazu mit. Man muss fragen: Hat überhaupt jemand diesen Verkaufsstopp bemerkt? Auf der Hänssler - Verlagsseite ist es zwar z. Z. nicht möglich das Buch zu kaufen, der verblüffte Kunde wird allerdings nicht darüber aufgeklärt, warum er das Buch anklicken kann so oft er will, es aber dennoch nicht in seinem Warenkorb landet.

 

Geht der Kunde dann allerdings zu den großen Online - Buchhändlern kann er das Buch ohne Probleme einkaufen. Unter Verkaufsstopp stelle ich mir etwas anderes vor.

 

Was, wenn a Gschmäckle bleibt ???

 

Kennen Sie den Ausspruch wenn da a Gschmäckle bleibt? Gemeint ist, wenn beispielsweise einem Politiker etwas vorgeworfen wird und er dann selbst Untersuchungen in dieser Sache anstellt. Dann sind auch schnell Kritiker zur Stelle die sagen: Na, der wird doch nicht selber Fehler zugeben.

 

Genauso läuft es aber im Falle des Buches "Der Neonazi". Der Verlag der auch das Buch veröffentlicht hat, der stellt Untersuchungen an. SCM Hänssler selbst stellt sein Buch noch einmal auf die Nagelprobe und ich höre schon den Aufschrei der Kritiker die da sagen werden: Klar, dass die keine eigenen Fehler zu geben.

 

Ist dies vorstellbar ???

 

Unter christlichen Verlagen herrscht sicher ebenso der Konkurrenzgedanke wie bei allen anderen Verlagen und dies ist gut so. Mein Vorschlag: Christliche Verlage sollten eine Arbeitsgruppe bilden die aus jeweils einem Verlagsvertreter, zwei christlichen Autoren und zwei Rezensenten besteht und die sich immer dann treffen wenn es wieder einmal laute Kritik zu einem Buch gibt und Untersuchungen notwenig werden. Erst dann kann man meiner Ansicht nach von unabhängiger Untersuchung sprechen. Ein sehr positiver Schritt wäre wenn SCM Hänssler gleich zu Beginn des Jahres 2011 die Organisation so einer Arbeitsgruppe in Angriff nehmen würde.

 

Was sagt nun der Verlag:      Stellungnahme vom 20. Dezember 2010

 

Stellungnahme des SCM-Verlages zur Veröffentlichung des Buches von Damaris Kofmehl: „Der Neonazi“, 2010 SCM Hänssler, Holzgerlingen und den dagegen gerichteten Vorwürfen im Schreiben von Leander Müller vom 2.12.2010 und weiterer ähnlicher Mails.

 

Die verantwortlichen Verlagsmitarbeiter des SCM Hänssler Verlags haben sich in den letzten Wochen nochmals intensiv mit der Lebensgeschichte des „Nico M.“ beschäftigt.

Dazu gab es verschiedene Treffen, Telefonate und schriftliche Kontakte mit dem Betroffenen, seiner Vertrauensperson und der Autorin Damaris Kofmehl durch die Verlagsmitarbeiter.

Alle dabei erhaltenen und recherchierten Namen, Daten, Fakten und die persönlichen Bestätigungen langjähriger Begleiter sowie die Bereitschaft mehrerer Betroffener und im Buch genannter Personen, als Zeugen uns gegenüber auszusagen, haben für uns derzeitig den Wahrheitsgehalt des Buches bestätigt. Auch uns vorliegende schriftliche Dokumente von Behörden und Fotos bestätigen uns diese Sachlage.

Dabei ist uns bewusst, dass der Betroffene alle Begebenheiten aus seiner subjektiven Sicht erzählt hat und durch die literarische Umsetzung der Autorin einzelne Abweichungen bei der Schilderung und dem Ablauf der Ereignisse erfolgt sein können. Einzelne Abwandlungen von Personen- oder Ortsnamen sind ein Stilmittel, das dem Schutz von Personen dient.

 Durch die Beratung von Juristen und Polizisten und im Wissen, dass dieses Buch auch behördlichen Organen vorliegt, sind wir als Verlag der Überzeugung, mit der Veröffentlichung des Buches mehr als jeder staatsbürgerlichen Pflicht zur Aufklärung von Verbrechen nachgekommen zu sein. Der Betroffene und alle Beteiligten sind sich bewusst, dass diese auch zu weiteren Konsequenzen in seinem Leben führen kann.

 Daher wird lediglich an einer Stelle im Buch ein juristischer Begriff, der missverstanden werden kann, in einer Neuauflage des Buches abgeändert. Die Auslieferung des Buches war am 3.12. 2010 bis auf weiteres gestoppt worden.

 Die an diesem Klärungsprozess Beteiligten sind sich darin einig, dass Nico M. Begleitung braucht und sind auch bereit, sich weiter dafür zu engagieren.

 Wir sind erschüttert über die Mutmaßungen gegenüber dem Betroffenen, seiner Vertrauensperson und der Autorin, zumal diese ohne persönliche Begegnungen oder Gespräche erfolgt sind.

 Wir sind erstaunt über die dennoch verständnisvolle Bemühungen aller Betroffenen, zur Erhellung mancher Anfragen beizutragen, wofür wir uns als Verlag ausdrücklich auch bei der Autorin und ihrem Mann bedanken.

 Wir sehen uns als Verlag mit der Autorin verpflichtet, den Kontakt zum Betroffenen weiter zu halten, uns für weitere Klärungen und seine Zukunft gemeinsam mit anderen praktisch einzusetzen und im Gebet zu begleiten. Deshalb sind bereits für das nächste Jahr weitere Gespräche vorgesehen.

 Wir danken allen Partnern und Personen, die in diesem Sinne auch dazu beitragen und unsere Arbeit weiter mit Vertrauen begleiten.

 Im Namen der leitenden Mitarbeiter des SCM Hänssler Verlages

 Frieder Trommer

Geschäftsführer


 

Soweit die Erklärung des Hänssler Verlages. Schlecht, dass sie so spät kam. Gut, dass sie noch vor Weihnachten kam. Für micht tun sich dadurch neue Fragen auf. Was ist mit den Lesern die sich bereits im August an den Verlag gewandt hatten?

Auch der Verkaufsstopp, von dem Frieder Trommer spricht, war kein echter Verkaufsstopp. Egal ob bei Amazon, Bücher de oder bei befreundeten Verlagen wie Gerth Medien war dieses Buch immer zu haben.

Wie dem auch sei, die wichtigste Frage ist geklärt. Das Buch kann weiter gelesen werden und die Zweifel am Wahrheitsgehalt wurden ausgeräumt. Es war ein langer Weg, der nicht erst Anfang Dezember begann.

 

 

 

Christian Döring

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