Gina Mayer:  Das Lied meiner Schwester

 

In diesem Roman begegnen dem Leser die Schwestern Anna und Orlanda. Über einen langen Zeitraum hinweg, der auch politisch gesehen äußerst interessant ist, dürfen wir an ihrem Leben teilhaben. Politische Widrigkeiten, als auch die Unterschiedlichkeit der beiden weiblichen Hauptakteure, beleben dieses Buch und machen es zu einem unvergeßlichen Leseereignis.

Anna ist die brave und ordentliche, Orlanda eher die, die überall zu finden ist, die wie ein Schmetterling von Blume zu Blume flattert. Beide haben ein großes gemeinsames Hobby das ihr Leben bestimmen wird - die Musik - der Jazz. Pech allerdings für die beiden ist, sie teilen ihr Hobby mit jüdischen Musikern zu einer Zeit da die Nazis in Deutschland das sagen haben und diese die Jazzmusik als entartete Kunst verboten haben.

Der Autorin gelingt es durch ihre fesselnde und zugleich sehr einfühlsame Sprache, deutlich zu machen, wie aus zwei unpolitischen Mädchen in den dreißiger Jahren in Nazideutschland politisch handelnde Akteure wurden. Diesen spannenden Prozess schildert Gina Mayer atemberaubend.

Sehr gut an dieser Geschichte ist auch, sie endet nicht mit dem Ende des zweiten Weltkrieges, wie so viele andere Geschichten. Dieses Buch reicht hinein bis in die 60er Jahre. Dies ist sicher ein Grund weshalb es so berührt. Mit diesem weiteren Buch hat sich die Autorin Gina Mayer einen beachtlichen Platz erschrieben, sie wird weiter zu beachten sein.

 

Christian  Döring

Rütten & Loening, ISBN 978-3-352-00786-6, Preis 19, 95 Euro

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