Marion & Michael Grandt:  Das Handbuch der Selbstversorgung

 

Das Szenario das die Autoren in diesem Buch entwerfen ist schon ziemlich erschreckend: Sie wollen eine Bauanleitung für ihre ganz private Arche Noah liefern:

- Was mache ich, wenn es keine Lebensmittel mehr zu kaufen gibt?

- Was mache ich, wenn man mit Geld nicht mehr bezahlen kann?

- Was mache ich, wenn ich mich oder meinen Grundbesitz verteidigen muss?

- Was mache ich, wenn es keine ärztliche Versorgung mehr gibt?

Vom schlimmsten aller anzunehmenden Fälle geht das Ehepaar aus und mir kommt dabei Griechenland oder auch Äthiopien in den Sinn. Beide Länder sind weit weg, da ist es für mich beinah unvorstellbar, dass staatliche Strukturen so weit auseinanderbrechen beziehungsweise sich auflösen, dass ich gezwungen bin, sozusagen auf eigener Scholle um mein Überleben zu kämpfen.

Ich habe nun verschiedene Möglichkeiten mit diesem Buch umzugehen. Der größte Teil des Buches besteht aus Hinweisen für den Salat - und Gemüseanbau. Von der Bodenbeschaffenheit, Anbau und Pflege, Ernte und den bereits existierenden Sorten finde ich hier alles was ich auch von einem guten Gartenbuch erwarte.

Wenn ich mir auch nicht vorstellen kann dieses Buch als Bauanleitung für eine ganz private Arche anzusehen, so war die Lektüre dieses Buches jedoch keine vertane Zeit. Mann kann dieses Buch auch als Sammelbecken vieler praktischer Tips sehen und sich fragen, ob man wirklich gleich bei jeder Kleinigkeit zum Arzt laufen muss. Allerdings gehen die Autoren hier  von so ernsthaften Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt aus und empfehlen die Alarmierung des Rettungsdienstes. Ob der dann allerdings noch funktioniert wenn der Staat sich bereits in Wohlgefallen aufgelöst hat, dies ist mir sehr fraglich.

Wie gesagt, als Ideen - oder auch Tipbörse ist dieses Buch zu empfehlen, als Bauanleitung für die Zeit nach der Apokalypse allerdings weniger.

 

Kopp Verlag, ISBN 978-3-942016-52-0, Preis 19, 95 Euro

 

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