Jochen Arnold (Hg.):  "Brannte nicht unser Herz?"

 

Wenn wir beginnen würden von unseren Erfahrungen mit lebendigen (manchmal auch einschläfernd wirkenden) Gottesdiensten (Gd) zu reden, dann wäre dieser Tag schnell zu Ende. Das vorliegende Buch beschreibt den Weg hin zu lebendigen Gd.

Im ersten Teil dieses Buches gehen fünf Autoren fünf verschiedenen Aspekten des Gd nach: Was spricht uns im Gd an, was macht den Gd menschenfreundlich, ist ein Gd für alle unter einem Dach heute noch machbar? Viele Fragen und viele neue Sichtweisen kommen zu Wort. Eins bleibt klar: Der Gd bleibt zentraler Bestandteil des Gemeinde - und Glaubenslebens, aber wie er gestaltet wird, muss zunehmend vor Ort ganz individuell entschieden werden.

Sehr ausführlich und dies ist notwendig, werden im zweiten Teil Praxisimpulse für den Gd gegeben. Großer Vorteil dieses Buches ist es, dass nicht einer allein den Anschein erweckt  -er wüsste wie es am besten geht- sondern das viele Autoren ihre Meinungen präsentieren. Einige Stichworte dieses Kapitels: Die eigene Sprache im Gd, Gestik, Mimik, Atem, Stimme, zur Musik im Gd

Teil drei des Buches nimmt die verschiedenen Gottesdienstformen ins Visier und bietet wichtige und hilfreiche Impulse.

Als besonders wohltuend empfinde ich das Schlußwort von Oda - Gebbine Holze-Stäblein. Sie verfolgt seit 40 Jahren die Veränderungen in unseren Gd. Aus ihrem Beitrag wird deutlich, Gd ist längst nicht mehr allein Aufgabe eines einzigen. "Der alte Grundsatz "Selig sind die Beene, die vor dem Altar stehn alleene" sollte überall, in Stadt und Land, ausgedient haben!" so sagt sie und sie hat Recht.

Dieses Buch macht eins sehr deutlich: Wir sind eine Kirche der Veränderung, dies muss auch an unseren Gottesdiensten sichtbar werden, an ledendigem Glauben muss dabei nichts verloren gehen, im Gegenteil eine neue Hoffnung wächst heran.

 

Christian Döring

 

Lutherisches Verlagshaus Hannover, ISBN 978-3-7859-0998-0, Preis 19, 90 Euro

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