Russel King:   Atlas der Völkerwanderungen

 

Diese Chronik der Völkerwanderungen der Menschheitsgeschichte ist ein imposantes Werk geworden. Sie beginnt bei den ersten Nomaden und zeichnet per Text, Landkarte und Schädelabbildung eines frühen Hominiden exakt den Besiedelungsweg den der Homo erectus vor Millionen von Jahren zurückgelegt hat und endet beim Thema Migration in der heutigen Zeit.

Das Thema Völkerwanderungen kommt in jeder Zeitepoche vor und so sind dann auch die einzelnen Kapitel vorgegeben:

Die Wiege der Menschheit

Die Antike Welt

Das Mittelalter

Die Welt dehnt sich aus

Das industrielle Zeitalter

In der neuen Welt

Die Moderne Welt

Menschen begaben sich zu jeder Zeit auf Wanderung, weil sie eine Verbesserung ihrer Lebensmöglichkeit erhofften. So lebten zum Beispiel 1920 vier Millionen italienische Emigranten in den USA. Wir wissen warum sie ihrem Heimatkontinent den Rücken kehrten. Die Wirtschaftskrise saß ihnen im Nacken.

Aber dieses Buch beschreibt auch die Situation derer die nicht freiwillig auf Wanderschaft gehen. Juden gingen oft nicht freiwillig. Politische Systeme ließen ihnen oft keine andere Wahl und immer wieder mussten sie flüchten.

Etwas verwundert war ich über die Feststellung im Buch, dass gerade seit Ende des zweiten Weltkrieges die Migration an Komplexität deutlich zugenommen hat. Zahlen und Landkarten beweisen dies eindrücklich.

Sehr hilfreich um den Überblick nicht zu verlieren, sind am Ende des Buches die Zeittafel, die von 1,9 Mio. v. Chr. bis zum Jahr 2005 reicht und das mehrseitige Register.

Ein beeindruckendes Buch, dass unbedingt in die Hände von geschichtsinteressierten Menschen gehört.

 

Christian  Döring

 

Bassermann, ISBN 978-3-8094-8013-6, Preis 19,95 Euro

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