Neal Stephenson: Anathem

 

Die Stärke dieses Buches ist nicht nur die fantastische Geschichte, sondern die präzise, pointierte Art, mit der Stephenson die humoristischen und dramatischen Akzente setzt. Es stellt sich kaum die Frage, ob der Handlungsrahmen gerade mehr oder weniger Spannung erzeugt. Vielmehr findet der Autor mit seinem Gespür für Pointen an jeder beliebigen Stelle Mittel, um den Leser blendend zu unterhalten und bei der Stange zu halten.

Auch wenn die Handlung gegen Ende des Buches recht martialisch voranschreitet und der Autor auch große erzählerische Gewalt im Sinne klassischer Space Opera einbringt, so steht doch niemals die Action im Vordergrund des Lesevergnügens. Stephenson greift hier und da auf klassische Motive der SF zurück, entwickelt sie aber unnachahmlich neu und vermeidet jedes Klischee.

Alles in Allem auch dieser Neal Stephenson ist wieder uneingeschränkt zu empfehlen. Falls jemand zum ersten mal Stephenson liest, würde ich eines der ersten drei Werken empfehlen, die genauso gut sind wie Anathem, aber wesentlich zugänglicher.

Wer einigermaßen anspruchsvolle utopische Literatur zur Unterhaltung schätzt, der hat mit Stephenson einen Schatz ausgegraben. Das vorliegende buch gleicht einem literarischen Diamanten.

 

Manhatten, ISBN 978-3-4425-446-02, Preis 29,95 Euro

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