Sergio Alvarez:  35 Tote

Im wesentlichen erzählt der Romanheld in diesem Buch aus dem Leben eines Jungen in Kolumbien. Der wächst auf in einem Mief von undurchsichtigem Bürgerkrieg und kommunistischer Cliquenwirtschaft.

Irritierend war für mich beim Lesen, dass hin und wieder andere Personen ohne Vorankündigung weitererzählten. Ich brauchte dann 1 - 2 Absätze um herauszubekommen aus welchem Blickwinkel die Handlung nun vorwärts getrieben wird.

In der Ich - Form erzählt Alvarez von einem Jungen der bei seiner Geburt seine Mutter verliert, seinen trinkenden Vater erlebt, ihn durch Suizid noch im Kindesalter verliert und dann von einer Schwester seiner Mutter groß gezogen wird. Mit dieses Tante Cristinita geht der Junge nach Bogota, wo einst sein Leben begann.

Sergio Alvarez erzählt zwar die Geschichte des Jungen konsequent durch, diese ist spannend und der brutalen Lebensumstände wegen atemberaubend, aber eigentliches Anliegen dieses Buches ist wohl Kolumbien an sich. Selten habe ich in den letzten Jahrzehnten ein so buntes und vielschichtiges Werk über dieses Land gelesen.

Viel Hoffnung auf ein demokratisches Kolumbien macht dieses Buch nicht. Der Romanheld landet wie der auch der Autor des Buches in Spanien.

Ein eindrucksvoller Kolumbienroman der gelesen werden muss um Kolumbien zu verstehen!

 

Suhrkamp, ISBN 978-3-518-46250-8, Preis 14, 95 Euro

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